In diesem Schrank bewahrt Aleksandras Familie ihre Erinnerungen an die Heimat auf.
Manchmal schauen sie sich gemeinsam die alten Dinge an.
Aleksandra hat es gern, wenn ihre Eltern von Polen erzählen.
Polen in Berlin
In Berlin leben fast 30.000 Polen, 4000 davon im Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Ihren Alltag leben die eingewanderten Polen in Berlin zum Teil nach polnischer Art. Man kann Zeitungen in polnischer Sprache an vielen Zeitungskiosken kaufen. Es gibt einen polnischen Fernsehsender und der Sender „RADIO multikulti“ sendet auch polnische Programme. Wer will, sucht sich einen polnischen Handwerksbetrieb, Friseur, Zahnarzt oder Rechtsanwalt. Man findet polnische Lebensmittelgeschäfte, Restaurants, Clubs, Diskotheken und Vereine.
Nachbarn
Zu Beginn der siebziger Jahre schauten viele Menschen in der DDR mit Bewunderung auf ihr Nachbarland im Osten. Polen galt als viel lebendiger und freier. Dort konnte man amerikanische Filme sehen und Zeitungen aus dem Westen lesen. Viele DDR-Bürger reisten deshalb in den Ferien gern dorthin. Auf den Märkten konnte man frisches Obst und Gemüse, in den Läden schicke Kleidung und schönen Schmuck kaufen. Beliebt war auch immer das polnische Kunsthandwerk, zum Beispiel aus Holz geschnitzte und bunt bemalte Figuren und Tiere. Besonders gern fuhren Künstler nach Polen. In Warschau und in Krakau fanden regelmäßig große internationale Kunstausstellungen und Musikveranstaltungen statt, wie zum Beispiel das Jazzfestival.
Papst
Der Papst ist das Oberhaupt der katholischen Kirche. Als der Erzbischof Karol Wojtila 1978 zum Papst Johannes Paul dem II. in Rom gewählt wurde, freuten sich die Polen sehr. Sie sind sehr stolz auf ihn, denn er ist seit 1522 der erste Papst, der nicht in Italien geboren wurde. Die Polen verehren ihn. Bei seinen Besuchen 1979 und 1983 in Polen wurde dem Papst ein triumphaler Empfang bereitet. Wohin er auch kam, überall jubelten die Menschen ihm zu. Der Glaube der Polen wurde durch diese Ereignisse bestärkt. Sie schöpften daraus Kraft für ihren Widerstand gegen die sozialistische Regierung in den 70er und 80er Jahren.
Kirche
Polen gilt als das katholischste Land. 90% aller Polen sind Katholiken. Es gibt 30 000 Priester, 36 000 Mönche und Nonnen sowie 300 katholische Schulen in Polen.
Der katholische Glaube und die katholische Kirche haben in der Geschichte Polens stets eine bedeutende Rolle gespielt. So war die Kirche in Polen nicht nur ein religiöser Ort. Sie bot vielen Menschen den Raum, auch Meinungen zu äußern, die politisch nicht erwünscht waren. Dies war in Zeiten der sozialistischen Diktatur überlebenswichtig.
Kommunion
(abgeleitet von lateinisch communio: gemeinsame Teilnahme), im Sinne der christlichen Kirche die Teilhabe an Leib und Blut Christi. In der Alten Kirche auch Herrenmahl, Eucharistie oder Passah des Herrn. Seit dem 16. Jahrhundert auch als Abendmahl. Die Kommunion war ursprünglich als Opfermahl ein Teil des Messopfers (Messe). Während der Kirchengeschichte gab es beträchtliche Schwankungen in der Häufigkeit der Kommunion. Zunächst wurde sie täglich, später dann wöchentlich an jedem ersten Tag der Woche zelebriert. In der Alten Kirche durften nur Getaufte an der Kommunion teilnehmen. Der zeitweilige Ausschluss von der Kommunion galt als Zuchtmaßnahme für einzelne Christen. Da unwürdige Kommunion als schwere Sünde galt, waren Todsünder von der Kommunion ausgeschlossen.
Polen
Polen heißt auf Polnisch „Polska“. Der Name stammt von einem der westlsawischen Stämme aus früher Zeit der Geschichte. Das waren die Polanen, auf Polnisch „Polanie“ und das bedeutet so viel wie „Feldbewohner“.
Polen hat fast 40 000 Einwohnern. Davon sind 97% Polen, 1% Deutsche und 2% andere nationale Minderheiten, wie Ukrainer, Weißrussen, Litauer und Rumänen.
Die Hauptstadt von Polen ist Warschau. Warschau ist zugleich auch die größte Stadt. Die zweitgrößte Stadt ist Lodz und die drittgrößte ist Krakau.
Die Polnische Währung ist der Złoty (Sloty). Ein Złoty hat 100 Groszy (Groschy).