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Mihriban lernt Kurdisch. Sie übersetzt jeden deutschen Satz in die kurdische Sprache.
Ich möchte Euch etwas über mein Leben erzählen. Ich bin 16 Jahre alt und lebe in Berlin. Vor 30 Jahren kamen meine Eltern nach Berlin, um hier zu studieren. Meine Eltern sind Kurden aus dem syrischen Teil Kurdistans. Heute leben sie immer noch hier. Wir haben unser kleines Kurdistan in Berlin. Kurdische Filme über das Leben der Kurden und über Kurdistan können wir uns nur hier in Deutschland anschauen. In unserer Heimat sind sie verboten. Zuhause habe ich kurdische Bücher, zum Beispiel Gedichte von Ceger Xwin. Ich lese aber auch Heinrich Heine in kurdischer Sprache. Später möchte ich mit meiner Arbeit helfen, die Situation der Kurden in der Welt zu verbessern. kurdische Feste Mihriban freut sich am meisten auf „Newroz“.
Religion Die Kurden bekennen sich überwiegend zum Islam. Wie bei den Türken gibt es unter ihnen Sunniten und Aleviten. In den kurdischen Gebieten der Türkei leben sehr viele Aleviten, in Berlin leben fast 15.000 alevitische Kurden. Die Aleviten glauben an den Koran und respektieren ihn, sie leben aber nicht nach seinen Gesetzen. Sie gehen nicht in Moscheen. Bei den Aleviten steht der Mensch im Mittelpunkt. Sie meinen: Der Mensch wurde nicht von Gott geschaffen, nur um sein Sklave zu sein und ihn anzubeten. Die Aleviten tragen Gott in sich. Die Strenggläubigen verurteilen die Aleviten als „Ungläubige“, weil sie eine freiere Glaubensrichtung vertreten. Eine weitere Religionsrichtung der Kurden sind die Yesiden, die über ein eigenes Religionsbuch verfügen. Daneben gibt es auch christliche Kurden, einige wenige leben auch in Berlin. Mihiriban lernt gerade Kurdisch. Sie nutzt jede Gelegenheit, Sätze vom Deutschen ins Kurdische zu übersetzen. Denn irgendwann möchte sie die Sprache genauso gut sprechen wie ihre Mutter. Mihiriban ist 15 Jahre alt, in Berlin geboren und sie ist Kurdin. Wenn man sie fragt, wo ihre Wurzeln liegen, redet sie nur von Kurdistan. Wo liegt Kurdistan, fragen oft ihre deutschen Freundinnen? Mihiriban erklärt:" Mein Volk ist überall verstreut - die Kurden leben in Syrien, in der Türkei, im Iran und Irak." Ihre Eltern stammen aus dem Norden von Syrien und gehören zu der kurdischen Minderheit. Sie durften dort nicht öffentlich Kurdisch sprechen. In der Schule war es verboten, Kurdisch zu lehren und offiziell gab es keine Bücher in ihrer Sprache. Anfang der achziger Jahre kamen sie als Studenten nach Berlin, seitdem leben sie hier. Mihiribans Mutter legt Wert darauf, dass ihre Tochter viel von der Kultur des kurdischen Volkes lernt. Sie fährt oft nach Syrien. Aber auch in Berlin pflegt Mihiriban "ihr Kurdistan". Sie begleitet ihre Mutter auf internationale Kongresse und liebt es, zu den kurdischen Filmfestivals zu gehen. Hier sieht sie Filme, die in Syrien verboten sind. Später will Mihiriban Botschafterin werden und sich für "die Sache der Kurden" einzusetzen. Die Kurden Einige Länder, wie zum Beispiel die Türkei streiten ab, dass es überhaupt Kurden gibt – dort gelten sie als ‘Bergtürken‘. In der Türkei ist es den Kurden verboten, ihre Sprache zu sprechen, in den Bibliotheken gibt es kein Buch mehr, in dem sich auch nur das Wort „Kurde“ oder „Kurdistan“ findet. Kurdische Familien- und Ortsnamen wurden in türkische Namen umgewandelt. Die Kurden sind wie die Iraner Muslime. Sie gehören jedoch nicht wie diese der schiitischen Glaubensrichtung an, sondern der sunnitischen. Kurden in Berlin Die kurdische Sprache Mihriban weiß, dass in den Ländern der Kurden das Kurdische offiziell meist gar nicht gesprochen werden darf. Kurdisch ist als Staatssprache nicht anerkannt. In Syrien dürfen zum Bespiel keine Bücher auf Kurdisch herausgebracht werden, es gibt keinen kurdischsprachigen Schulunterricht und es ist verboten, Kurdischsprachkurse zu geben. Seit 1986 darf am Arbeitsplatz nicht mehr Kurdisch gesprochen werden. Trotzdem werden unter der Hand kurdisch-sprachige Bücher verkauft. Mihriban hat sich viel mit der kurdischen Sprache beschäftigt. Sie war überrascht, dass es so viele verschiedene Dialekte und Sprachen unter den Kurden gibt. Kurdische Filme Mihriban liebt kurdische Filme. Bei dem ersten kurdischen Filmfestival war sie dabei. In Berlin wurden an 10 Tagen insgesamt dreißig Spiel– und Dokumentarfilme gezeigt. Die kurdischen Filmemacher kamen unter anderem aus der Türkei, dem Irak, dem Iran, Syrien, Armenien, Israel, den USA, Griechenland und Deutschland. Insgesamt sechs Filme stammten von Filmemachern aus Berlin: Darunter war „Ein Lied für Beko“, der erste kurdischsprachige Film überhaupt, der 1992 in Armenien gedreht wurde. Der Regisseur Nizamettin Ariç erzählt die Geschichte des kurdischen Bauern Beko, der 1988 won türkischen Militärs gefangen genommen wird. Kurdische Künstler haben meist nicht die Möglichkeit, ihre Werke einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen, da sie in ihren Herkunftsländern verboten sind. Eine der wenigen Ausnahmen war das erste Kurdische Filmfestival in Berlin im Jahr 2002. Das zweite Filmfestival fand im Jahr 2003 statt.
Die Kurden in Syrien Fast 120.000 Kurden wurden zu Ausländern erklärt und damit aller Bürgerrechte beraubt. Heute sind etwa 200.000 Kurden ausgebürgert. Sie können keinen Pass beantragen, ihre Kinder nicht einschulen lassen, nicht legal heiraten, kurdische Bauern dürfen keinen Landbesitz haben und für Kurden gibt es keine Anstellung im Staatsdienst. Als Staatenlose müssen sie rund das Dreifache für Lebensmittel bezahlen. Noch heute gilt diese Regelung für die ausgebürgerten Kurden. Diese Ausbürgerung hat einen Hintergrund. Entlang der Grenze zur Türkei sollte ein „Arabischer Gürtel“ geschaffen werden. Dort ansässige Kurden wurden ausgesiedelt und „zuverlässige“ arabische Bauern angesiedelt. Kurdische Dorf-, Berg- und Flussnamen wurden durch arabische Namen ersetzt. Auch die Kurden, die eine Staatsangehörigkeit besitzen, genießen keine autonomen kulturellen Rechte. Allerdings werden viele von ihnen stark in das staatliche Leben einbezogen, vielfach sogar in privilegierten Stellungen eingesetzt, um den Präsidenten, der einer religiösen Minderheit angehört, zu unterstützen. Syrien ist immer wieder Zufluchtsland für kurdische Partisanenführer aus den Nachbarländern Irak und Türkei gewesen. |
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| Überall in Damaskus gibt es Wasserpfeifen-Cafés. Hier treffen sich meist die Männer zu einem gemütlichen Schwatz. Durch einen langen Lederschlauch wird Rauch eingeatmet, der in dem bauchigen , wassergefüllten Glaskolben abgekühlt und gefiltert wird. |
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| 2 Mädchen | ![]() |
| kurdische Demonstration |
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Flüchtlinge |
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Studenten |
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Weite Steppen, rote Berge und Sand soweit das Auge reicht! |
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Für Mihriban ist dieses Foto ein besonderes: vorn die traditionelle Bekleidung der alten Männer, im Hintergrund ein „westlicher Turnschuh“! Syrien ist keine westliche Gesellschaft. Trotzdem ist das Tragen von Miniröcken erlaubt und viele Frauen gehen ohne Schleier durch die Straßen. Aber man würde niemals ein Paar sehen, das sich in der Öffentlichkeit küsst. |
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Syrien |
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In der syrischen Wüste leben nur wenige Menschen. Diese Frauen hat Mihriban bei ihrem Ausflug kennengelernt. Sie ziehen mit ihren Familien als Nomaden durch das Land. „Mach ein Foto von uns!“ sagten die Frauen. |
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Das ist Mihribans Familie: ihre Großmutter, ihre Tanten und Onkel. Sie findet es schade, dass sie sie nur einmal im Jahr sieht. |
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Wenn ihr Onkel Zeit hat, fährt er mit ihr in die Wüste. Das findet Mihriban aufregend. |
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Das ist die Omayaden Moschee in Damaskus. Sie ist weltberühmt und schon sehr alt. Die Moschee wurde im achten Jahrhundert nach Christus gebaut. Besonders prächtig sind die Arkadengänge. Dort findet man Mosaiken, die das Paradies darstellen. Viele Touristen kommen hierher. Das viele Gewusel stört Mihriban manchmal. |
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Mihriban geht sehr gern in die Moscheen. Sie findet die alten Gebäude schön und beeindruckend. |
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Moschee |
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Alles kann man hier bekommen, wie zum Beispiel Dinge zum Kochen oder zum Reparieren … |
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Aber besonders liebt Mihriban die vielen verschiedenen Gerüche auf dem „souk’“. Sie schnuppert gern an den Gewürzen und kauft meist Kardamom, Zimt, Minze, Bockshornklee oder Safran. Damit kochen ihre Mutter und sie, wenn sie wieder in Berlin sind. |
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Mihriban liebt in Damaskus besonders die Märkte. Der traditionelle arabische Markt heisst „Souk“. Er ist wie ein riesiger Einkaufsbazar. Meist ist er mit Steingewölben überdacht. Es macht Spaß, in dem Gewirr von Waren und Wohlgerüchen einkaufen zu gehen |
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Mihriban liebt es, mit ihrer Mutter in den Ferien nach Syrien zu fahren.
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Dies ist Mihribans Zimmer. Hier fühlt sie sich sehr wohl. Wenn sie es sich mit ihren Freundinnen gemütlich machen will, schaltet sie ihre farbige Lichtschlange ein, dann ist ihr Zimmer wie in rote Farbe getaucht. Wenn sie allein ist, übt sie gerne Kurdisch. Manchmal nimmt sie ihre Fortschritte auf Tonband auf. Wenn du Lust hast hör' mal rein! |
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kurdische Filme Mihriban liebt kurdische Filme. Bei dem ersten kurdischen Filmfestival in Berlin im Jahr 2002 war sie dabei. Es wurden an 10 Tagen insgesamt dreißig Spiel– und Dokumentarfilme gezeigt. Natürlich hat sie nicht alle gesehen! Die kurdischen Filmemacher kamen aus der Türkei, dem Irak, dem Iran, Syrien, Armenien, Israel, den USA, Griechenland und aus Deutschland. Kurdische Künstler haben meist nicht die Möglichkeit, ihre Werke in ihren Heimatländern zu zeigen. Viele Filme werden verboten und die Filmemacher verfolgt.
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Das ist Yilmaz Güney, ein bekannter türkischen Filmregisseur und Schauspieler. Mihriban hat ein Filmplakat von ihm an der Wand. Als Sohn armer kurdischer Bauern hat Güney in seinen Filmen die Not der Armen und die Unterdrückung der Kurden in der Türkei kritisiert. Der Staat verbot seine Filme und brachte Güney immer wieder ins Gefängnis. Schließlich hat er sein Land für immer verlassen. Die Mutter von Mihriban liebt Güneys Film „Yol – Der Weg“. Er stammt aus dem Jahr 1982 und wurde bei den Filmfestspielen in Cannes prämiert. Erst 1999 durfte er das erste Mal in der Türkei gezeigt werden. |
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