In der Wohnung von James hängt ein ganz besonderes Stück Stoff. Es ist eine Fahne mit aufgenähten Figuren und stammt vom Volk der Fante in Ghana. Die Herkunft dieser Fahnen ist ziemlich kriegerisch.
Bei den Fante gibt es Militärkompanien, und diese Kompanien haben eigene Fahnen. Das Motiv auf der Fahne hat immer eine Bedeutung, meistens eine Redewendung, z.B. ein Sprichwort.
Wird eine Asafo-Fahne vom Feind erbeutet, so ist das eine Niederlage, denn sie bedeutet den Geist der Gruppe. Die Fahne wird immer gut bewacht und bei der Veranstaltung wird mit ihr getanzt.
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James Odgesou kommt aus Accra. Das ist die Hauptstadt von Ghana in Westafrika. Er lebt seit 1995 in Berlin und arbeitet in einem Möbelhaus. Mit seinen Kollegen versteht er sich ganz gut, nur sagen sie immer Ghanaese statt Ghanaer, wie es richtig heißt. In Ghana gibt es viele verschiedene Stämme. James gehört zum Volk der Ewe und kennt die alten Traditionen. Obwohl die Mutter und vier seiner Geschwister noch in Ghana leben, kann James sich eine Rückkehr nicht vorstellen. Das Land ist arm und der Alltag für die Menschen sehr beschwerlich. Er überlegt, nach London zu gehen. Die Stadt gefällt ihm, und er sieht dort mehr Chancen für eine gute Zukunft. |
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Der Tote wird prächtig herausgeputzt, großartig gefeiert und in Liedern laut gepriesen. Jeder Besucher bringt dem aufgebahrten Leichnam Geschenke und verabschiedet ihn mit einer kleinen Rede. So sagt man zum Beispiel: „X! Sieh, dein Freund Y ist gekommen, um von dir Abschied zu nehmen und dir etwas mit auf den Weg zu geben. Grüße die Väter und Mütter von ihm.“
Aber in den Ansprachen wird auch betont, dass sich die Wege jetzt trennen: „Ich habe dich geliebt und bin traurig, dass du von uns gegangen bist. Aber du musst deinen, ich muss meinen Weg nehmen. Versuch nicht, bei mir zu bleiben und mich zu belästigen, wir können keine Freunde mehr sein.“
Für die letzte Reise ins Reich der Ahnen ist der richtige Sarg ein Muss. Denn durch ihn erkennt Onyame (Gott), was der Verstorbene auf Erden erreicht hat, und wird ihm einen entsprechenden Platz im Jenseits zuweisen. Die Särge sind sehr fantasievoll: es gibt sie in Form von Autos, Häusern, Booten, Fischen und vielem mehr.
Allerdings ist der Preis für einen passenden Sarg sehr hoch und nicht selten treibt er die Familien fast in den Ruin. Doch in Ghana ist man der Meinung, dass eine lebenslange Verschuldung einem beleidigten Toten und der Schande vorzuziehen ist.
In Ghana gibt es eine besondere Art Stoff mit dem Namen Kente. Daraus wird die traditionelle Kleidung mit ihren leuchtenden Farben und Mustern genäht.
Die Kente-Stoffe bestehen aus gewebten Stoffstreifen, die aneinander gesetzt sind. Die Muster auf den Streifen haben alle eine bestimmte Bedeutung und wer sich damit auskennt, kann sie „lesen“.
Die schmalen Streifen werden von Männern gewebt, auf kleinen Handwebstühlen, die oft vor den Häusern aufgebaut sind.
Kente sind eine Art Erkennungszeichen für Ghana. Das zeigt der Geldschein von 1975, wo ein Mann an seinem Webstuhl abgebildet ist. Und auch auf vielen Verpackungen oder Telefonkarten sind Kente-Muster abgedruckt.
Da sie handgewebt sind und auch das Zusammennähen viel Arbeit macht, sind Kente-Stoffe nicht billig. Hier in Berlin bekommt man sie nur selten zu kaufen.
