Grenze
Zunächst gab es nach der Gründung der DDR und der Bundesrepublik keine befestigte Grenze. 1959 gehörten Zäune, Stacheldraht und eine strenge Bewachung an der innerdeutschen Grenze bereits zum Alltag. Wer die DDR verlassen wollte, nahm deshalb oft den Weg über West-Berlin. Dort war die Grenze zum Westen noch offen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland zwischen den vier Siegermächten USA, Frankreich, England und der Sowjetunion aufgeteilt.
1949 entstanden zwei deutsche Staaten: im Westen die Bundesrepublik, im Osten die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Die DDR gehörte zum Gebiet der Sowjetunion. Sie wurde von der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands regiert. Auch Berlin wurde in einen Ost- und einen Westteil getrennt.
Mauer
Der 13. August 1961 gilt in Deutschland als Tag des Mauerbaus. Tatsächlich wurde zunächst erst ein Stacheldraht um West-Berlin gezogen. Die eigentliche Mauer wurde erst einige Tage später gebaut. Mit dem Mauerbau sollte verhindert werden, dass immer mehr Menschen in den Westen abwanderten.
Die Berliner Mauer verlief quer durch die Stadt. Von nun an konnten sich die Ost- und West-Berliner nicht mehr sehen. Viele Familien und Freunde wurden voneinander getrennt.
Am Anfang gelang es einigen noch, an der Grenze zwischen Ost- und West-Berlin zu fliehen. Das ging aber nur, solange die Grenze noch nicht vollständig geschlossen und die Überwachung noch nicht so gut war.
Bis 1989 wurden entlang der Berliner Mauer insgesamt 302 Wachtürme gebaut.
Flucht
Viele Menschen in der DDR fühlten sich eingesperrt und dachten daran, aus ihrem Land zu fliehen. Einige taten es und riskierten dabei ihr Leben. Mit den Jahren kamen immer mehr Flüchtlinge aus der DDR nach West-Berlin. Für die DDR-Regierung war dies ein riesiges Problem. Die meisten Flüchtlinge waren junge Menschen. Sie wurden in der DDR dringend als Arbeitskräfte gebraucht.
Es gab Leute, die davon lebten, DDR-Bürgern bei der Flucht zu helfen. Diese Fluchthelfer verdienten dabei viel Geld. Ihre Arbeit war aber auch sehr gefährlich. Wer bei der Flucht entdeckt wurde, kam ins Gefängnis.
Polen
Viele DDR-Bürger flohen über Polen in die Bundesrepublik. Lange Zeit war Polen für Menschen aus der DDR deshalb das wichtigste Reiseland. Sie brauchten kein Visum, um die Grenze zu überqueren. Sie konnten einfach über die Brücke fahren.
Das änderte sich allerdings Anfang der 1980er Jahre. Damals gab es in Polen viele Streiks und Demonstrationen. Die DDR-Regierung hatte Angst, dass auch ihre Bevölkerung auf „dumme Gedanken“ kommen könne. Sie schloss deshalb die Grenze nach Polen.
Rentner
Es gab auch DDR-Bürger, die offiziell in die Bundesrepublik fahren durften. Ab 1964 konnten Rentner jedes Jahr bis zu vier Wochen ihre Verwandten im Westen besuchen. Wenn sie zurück kamen, brachten sie oft Sachen mit, die in der DDR schwer zu kriegen waren: Schokolade oder auch verbotene Bücher und Zeitschriften aus dem Westen.
Mauerfall
1989 fiel die Mauer zwischen Ost und West. Der Jubel war auf beiden Seiten groß.
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Elke Plischke bereitet ihren "Flucht-Jahrestag" vor. 1979 ist sie zusammen mit ihrem Mann aus der DDR in die Bundesrepublik gefohen. Damals sind sie mit einem kleinen Paddelboot in Polen gestartet. Als sie völlig erschöpft und ausgehungert in Dänemark ankamen, wurden sie zufällig von Bernd und seiner Frau endeckt. Diesen Tag wollen sie morgen gemeinsam feiern. Im Moment ist nur die Tochter von Frau Plischke zu Hause, sie heißt Jennifer. Das Telefon klingelt und Bernd ruft an. Er erzählt Jennifer noch einmal die Flucht-Geschichte ihrer Eltern. Jennifer findet das sehr spannend. Sie ist selbst in West-Berlin geboren und kennt die DDR hauptsächlich aus Erzählungen. Ihre Eltern wollten zwar aus der DDR weg, trotzdem sammeln sie viele Sachen, die sie an ihr altes Leben erinnern. So guckt aus der Ecke des Zimmers von oben ein Sandmännchen herunter. An den Wänden hängen alte DDR-Spiele. Außerdem hat Frau Plischke ein Fotoalbum wieder gefunden, das sie in den 70er Jahren von Verwandten aus dem Westen bekommen hat. Sie ist nun dabei, Fotos und Postkarten zu sortieren und in das Album zu kleben. ![]() |
Viele Menschen flüchteten nach dem Bau der Mauer über die Ostsee. Die genaue Zahl kennt niemand. Leider sind einige dabei zu Tode gekommen, bekannt sind insgesamt 189 Personen.
Einige Menschen wurden sehr erfinderisch, um in den Westen zu kommen. Zum Beispiel Michael. Er lebte Ende der 1970er Jahre in Ost-Berlin. Er träumte schon lange davon, in den Westen zu fliehen. Da kam ihm endlich eine Idee. Er wollte über den Checkpoint Charlie fliehen. Das war ein ganz besonderer Grenzübergang. Er war nämlich nur für Ausländer bestimmt, und die DDR-Grenzsoldaten durften hier keine Kontrollen machen.
Michael bat Freunde in West-Berlin, bei ihren nächsten Besuchen immer etwas mitzubringen. Sie sollten jedes Mal irgendeinen Teil einer US-amerikanischen Uniform über die Grenze schmuggeln. Das war für seine Freunde zwar ein Risiko. Sie machten aber mit. Nach mehreren Wochen hatte Martin die gesamte Ausstattung eines US-amerikanischen Soldaten zusammen.
Außerdem lernte er einen wichtigen Satz auf Englisch: „Lasst mich durch. Ich muss ganz dringend pissen!“ Er zog sich also die Uniform an, lief zum Checkpoint Charlie und trug seinen gelernten Satz vor. Und siehe da: Er wurde tatsächlich durchgelassen. Die Flucht war gelungen.
Einige Wochen später versuchte ein Freund von Michael, auf die gleiche Weise in den Westen zu kommen. Er scheiterte aber und kam ins Gefängnis. Der Trick war offenbar entdeckt worden.
